„Orange the World“ – Universitätssport gegen Gewalt an Frauen

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Der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung in Österreich zeigt sehr klar: Sport ist ein zentraler Hebel für Gewaltprävention und Gleichstellung. Gerade an Universitäten treffen junge Menschen in einer sensiblen Lebensphase aufeinander: Sie lösen sich vom Elternhaus, finden neue soziale Netzwerke und definieren Rollenbilder, Identitäten und Beziehungen neu. Universitäre Sportangebote schaffen hier einen besonderen, strukturierten Raum. Faire Regeln, gegenseitiger Respekt und gewaltfreie Konfliktlösung können konkret erlebt und gelebt werden.

Sichere Räume und klare Schutzmechanismen

Durch ihre Einbettung in die Universitäten haben die Universitäts-Sportinstitute Schutz- und Präventionskonzepte, Meldestrukturen und transparente Verhaltenskodizies verankert. Das bedeutet: klare Ansprechstellen bei sexuellen oder physischen Übergriffen, definierte Abläufe im Fall von Grenzverletzungen und konsequentes Vorgehen gegen Machtmissbrauch und Demütigung an der Universität. So wird für Studierende erfahrbar, dass sportliche Umgebung kein rechtsfreier Raum ist.

Prävention durch Ethos: Rollenbilder, Gleichstellung, gewaltfreie Männlichkeit

Sport prägt Normen und Vorbilder. Universitärer Sport ist deshalb ein idealer Ort, um stereotype Geschlechterrollen aufzubrechen, gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Leistungsebenen sichtbar zu machen, gewaltfreie Männlichkeitsbilder und respektvolle Teamkultur zu fördern. Trainer:innen, Übungsleiter:innen und Funktionsträger:innen übernehmen eine starke Vorbildfunktion: Sie zeigen, dass Leistung, Führungsqualität und Erfolg nichts mit Dominanz, Demütigung oder Gewalt zu tun haben, sondern mit Fairness, Kooperation und Verantwortung.

Damit ist auch der Universitätssport eine Schnittstelle zwischen Hochschulbildung, Gesundheit und Gleichstellungspolitik. Universitätssport erreicht viele Studierende, die durch klassische Beratungs- oder Präventionsangebote nur schwer angesprochen werden. Über die universitären Sportkurse und Wettkämpfe wird der Respekt und die Sensibilität für persönliche Grenzen und Bedürfnisse niedrigschwellig und realitätsnahe erarbeitet.

Warum das wichtig ist?

Weil Gewalt nie „nur“ ein individuelles Problem ist. Universitäten tragen als Orte der Wissenschaft und Bildung eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Da sie ihren Sportbereich konsequent in die Gewaltpräventions- und Gleichstellungsstrategie einbinden, senden sie ein klares Signal:

  • Machtmissbrauch, Demütigung und sexualisierte Gewalt werden nicht toleriert.
  • Vielfalt, Gleichberechtigung und Respekt sind gelebte Praxis – auf dem Spielfeld ebenso wie im Hörsaal.

Gewaltschutz und Gewaltprävention sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die eine institutionenübergreifende Zusammenarbeit verlangen. Als öffentlich-rechtliche Einrichtungen orientieren sich sowohl die Universitäts-Sportinstitute der Universitäten als auch Unisport Austria im BMFWF am Nationalen Aktionsplan, damit nicht nur der Schutz von Frauen und Mädchen, sondern die demokratische Kutlur an den Universitäten insgesamt gestärkt werden.

» zum Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen 2025-2029
» UN Women Kampagne „Orange the World“