Wir stellen vor: Georg Denev, Wettkampfleiter am USI Wien im Interview

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Die wichtigste Frage zuerst: Wie bist Du zum Universitätssport bzw. ans USI Wien gekommen?

Das Sportwissenschaftsstudium, sowie meine aktive Sport- und Trainertätigkeit im Bereich Leichtathletik waren der Grundstein. Nach unzähligen Trainerausbildungen und Vorerfahrungen hat mich dann 2004 der USI Direktor, Dr. Andreas Kellner, mit dem Vorschlag einer Mitarbeit am USI Wien angesprochen.

Auf Grund der langjährigen sehr gelungenen Zusammenarbeit, wurde alles intensiviert und hat zu meiner heutigen Anstellung als Leiter der Abteilung Wettkämpfe am USI Wien geführt.

Dein Portfolio ist groß: Du bist Lehrbeauftragter am Institut für Sportwissenschaften und Ausbildungs- / Kursleiter am USI, machst Personal-Training, betreust Leistungssportler/innen und bist qualifizierter Ansprechpartner für diverse Institutionen wie Sport Austria oder den Betriebssportverband. Was ist im Unisport anders?

Es gibt natürlich viele Ähnlichkeiten, Synergien und Überschneidungen zwischen dem Unisport und anderen Sportbereichen, jedoch liegt mir persönlich der Universitätssport ganz besonders am Herzen.

Es liegt womöglich an der einzigartigen Kombination aus persönlicher Reife, dynamischer Lebensphase, dem universitären Niveau der jungen Studierenden, dem meist bereits stark ausgeprägten Interesse in bzw. für eine Sportart und der allgemeinen Lebensenergie, die im Universitätssport steckt und im sehr positiven Sinne ansteckend wirkt!

Man kennt das in beinahe allen Sportarten, dass bei Wettkämpfen immer mehr Männer an den Start gehen als Frauen. Dein Bereich ist gendermäßig sehr gut ausbalanciert. Was machst du anders?

Ich denke es geht dabei vor allem um einen direkten und offenen Austausch mit allen Student/innen, Achtsamkeit und dem damit zusammenhängenden Erkennen neuer Trends – letztlich aber auch um Mut und Entschlossenheit, etwas Neues umzusetzen.

Studentinnen wollen sehr wohl, ähnlich wie Ihre männlichen Kollegen, die Begeisterung rum um Meisterschaften und Wettkämpfe erleben bzw. erfahren, nur muss man Ihnen dazu auch einen nicht rein männlich dominierten / gestalteten Rahmen bieten. Ich denke, dass genau das derzeit an den USIs in Österreich und in vielen anderen Sportbereichen erkannt und umgesetzt wird.

Die COVID-19-Pandemie dominiert derzeit nicht nur die Sportwelt. Wie hat sich der Wettkampf-Bereich am USI mit COVID-19 verändert?

COVID-19 hat natürlich primär den Sport eingeschränkt! Aber in positiver Weise hat er damit auch Platz und die Möglichkeit geschaffen dem gewohnten Rhythmus etwas zu entkommen, um notwendigerweise neue, kreative Sport- und Wettkampfansätze auszuprobieren. Allen voran Onlinebewerbe wie den „virtual Uni Run“. Da geht es auch nicht darum, vor dem Bildschirm hockend seinen sitzenden Alltag auf einen digitalen und weiter im Sitzen durchgeführten Wettkampfbereich auszudehnen, sondern die technischen Möglichkeiten unserer Zeit zu nutzen und mit minimalem logistischen Aufwand virtuell, und damit von überall bzw. zu jeder Zeit, gemeinsam mit anderen Studierenden sportlich aktiv zu sein.

Individual und Outdoor Events in gestaffelten Kleingruppen sind ein weiterer Wettkampftrend, der COVID-19 bedingt, verstärkt wurde und auf Grund von starkem Interesse noch weiter, auch ohne Pandemie, in Zukunft weiter ausgebaut werden wird.

Welche Überraschungen hat es gegeben? Hast du ein positives und ein negatives Beispiel für uns?

Überraschungen im Zusammenhang mit COVID-19 gab es viele. Primär negative, jedoch auch durchaus auch einige positive, primär aus dem leistungsorientierten Studentensport. Da gab es zahlreiche Fälle und Berichte von studierenden Athlet*innen, dass die COVID-19 Einschränkungen Zeit und Raum geschaffen haben, sich besser dem Training zu widmen und oft langjährige und damit hartnäckige Verletzungen auszukurieren.

Ein weiteres positives Beispiel ist das erfolgreiche Ausprobieren neuer Trainings- und Wettkampfansätze!

Wie sind eure COVID-19-Vorsichtsmaßnahmen bei den Wettkampfteilnehmer/innen angekommen?

Grundsätzlich alle gut! Studierende Teilnehmer/innen an den Wiener Akademischen Meisterschaften waren sich natürlich der COVID-19-Problematik bewusst und kannten damit die Gründe für die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Niemand hat die Einschränkungen als unnötige Schikane empfunden. Ganz im Gegenteil – die Wettkampfleiter/innen und ich haben sehr viel positive Rückmeldungen und Dankbarkeit erhalten, dass wir uns all den Mehraufwand antun und für sie und im Sinne des Sports universitäre Wettkämpfe anbieten.

Download:
» Wettkampfbericht USI Wien, Studienjahr 2019/2020

Denev mit dem Uni Wien-Team bei den EU-Games Coimbra 2018
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Denev, Angerer bei der UAM Fechten
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Carl Lewis, Georg Denev bei der SU Taipei 2017
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